Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Am 25. Mai 2018 tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) in Kraft. Rund fünf Jahre arbeiteten EU-Gremien an dieser europaweit gültigen Datenschutzreform. Aktuell gilt noch die Datenschutzrichtlinie aus dem Jahr 1995 (Datenschutzrichtlinie 95/46/EG), doch die technologischen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte machen eine Überarbeitung der Datenschutzgesetze unumgänglich


Die Datenschutz-Grundverordnung dient vor allem einem Ziel: Sie soll den Umgang mit Daten europaweit einheitlich regeln. Für Unternehmen ergeben sich daraus also zwei Fragen: Welche Neuregelungen gibt es? Und was müssen Unternehmen und Webseitenbetreiber beachten? Denn sobald die Verordnung am 25. Mai in Kraft tritt, ändert sich auch einiges für den Onlinehandel und den Arbeitnehmerdatenschutz in Unternehmen. Haben Sie also bisher noch nichts in die Wege geleitet, um sich auf die europäische Datenschutz-Grundverordnung einzustellen, so wird es höchste Zeit.

Im Mai 2016 trat die Datenschutz-Grundverordnung der EU mit einer Übergangsfrist von zwei Jahren in Kraft – und am 25. Mai 2018 ist es nun soweit: Ab diesem Datum gilt sie in allen EU-Staaten als offizielles Datenschutzgesetz, das der nationalen Gesetzgebung übergeordnet ist. Das bedeutet: keine weiteren Übergangsfristen. Wenn die Verordnung zum 25. Mai 2018 wirksam wird, müssen alle Unternehmen und alle öffentlichen Stellen, die mit personenbezogenen Daten arbeiten, umgehend die Neubestimmungen der EU zum Datenschutz umsetzen.

Sicherheit personenbezogener Daten

  • Dokumentationspflicht: Ein Schwerpunkt der Datenschutzgrundverordnung liegt auf der Rechenschaftspflicht von Unternehmen, auch Accountability genannt. Anders als bisher sind Unternehmen verpflichtet, die Datenschutz-Compliance durch eine hausinterne Dokumentation belegen zu können. Sie müssen den Behörden jederzeit durch Vorlage eines entsprechendes Verzeichnisses darlegen können, welche Daten zu welchem Zweck gespeichert und auf welche Weise verarbeitet werden und wann das Unternehmen sie löscht.
  • Privacy by Design: Das Prinzip Privacy by Design bedeutet, dass Unternehmen bereits beim technischen Aufbau ihrer Geschäftsprozesse den Datenschutz berücksichtigen müssen. Sie dürfen Maßnahmen zum Datenschutz technisch nicht erst nachträglich (also zweitrangig) implementieren, sondern müssen sie bereits in der Erarbeitungsphase in den Arbeitsprozess integrieren. Produkte und Prozesse sollen also so konzipiert werden, dass sie mit möglichst wenig personenbezogenen Daten auskommen.
  • Privacy by Default: Diese Vorschrift der Datenschutz-Grundverordnung schreibt vor, dass grundsätzlich die datenschutzfreundlichste Variante technisch voreingestellt sein muss. Das erspart es Verbrauchern, sich durch komplexe technische Einstellungen zu kämpfen, um Beschränkungen der Datenverarbeitung zu erwirken.
  • Erlaubnisgrundlagen (Einwilligung, Betriebsvereinbarung): Auch künftig müssen Individuen der Nutzung ihrer persönlichen Daten in den meisten Fällen ausdrücklich zustimmen. Zudem ist die Einwilligung des Arbeitnehmers oder Verbrauchers nur für den anzugebenden Verwendungszweck gültig. Außerdem muss die Einwilligungserklärung verständlich formuliert und grundsätzlich widerrufbar sein. Der Widerruf muss für den Kunden ebenso einfach sein wie die Einwilligung. Die Anforderungen an eine wirksame Einwilligung sind nach der DSGVO gestiegen. Ein grobes Ungleichgewicht zwischen den Beteiligten kann die Freiwilligkeit ebenso ausschließen, wie die Kopplung der Erteilung an den Vertragsschluss.
  • Löschung von Daten: Personenbezogene Daten dürfen nur so lange gespeichert werden, wie es für den Zweck notwendig ist. Erlischt die Verarbeitungsbefugnis (etwa weil die Einwilligung widerrufen oder der Vertrag erfüllt wurde), müssen die Daten gelöscht werden.
  • Auskunftsrecht und Recht auf Löschung: EU-Bürger haben das Recht, auf Anfrage zu erfahren, über welche ihrer Daten ein Unternehmen verfügt und wie es diese verwendet. Außerdem können Verbraucher bei Unternehmen einfordern, ihre Daten zu löschen. Das Recht auf Vergessenwerden wird damit gesetzlich festgelegt. ).

Die wichtigste Neuerung der DSGVO für Webseitenbetreiber stellen die Vorgaben zu den Datenschutzbestimmungen dar. Es muss jede Webseite eine Datenschutzerklärung enthalten. Es wird vorgeschrieben, dass Datenschutzerklärungen über Art, Umfang und Zwecke der Erhebung gem. Art. 13 Abs. 2 der DSGVO erstellt werden müssen. Auch die Form die Datenschutzerklärung wird in der DSGVO deutlicher geregelt: Die Erklärung muss in verständlicher Sprache und inhaltlich nachvollziehbar erfolgen. Transparenz wird dabei in der DSGVO groß geschrieben.

Zuletzt noch einmal der Hinweis: Beachten Sie unbedingt die Änderungen zu Dokumentationspflichten, Erlaubnisgrundlagen, Speicherung, Auskunftsrechten und zum Recht auf Löschung. Im Einzelnen können auch weitere Neuregelungen Webseitenbetreiber und Unternehmen betreffen

 

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